| Ökologische Untersuchung von Parkettfussböden Betrachtung von Mosaik-Klebeparkett, Fertigparkett, 2-schichtig und Fertigparkett, 3-schichtig Folgerungen aus einer Studie der EMPA Dübendorf (F.Werner,K.Richter )Eidgenössische Materialprüfungs-und Forschungsanstalt Laboratoire fédéral d essai des matériaux et de recherche Laboratorio federale di prova dei materiali e di ricerca Institut federal da controlla da material e da retschertgas Swiss Federal Laboratories for Materials Testing and Research Studie EMPA Dübendorf, Januar Eine Studie im Auftrag derInteressengemeinschaft der Schweizer Parkettindustrie (ISP) April 1997 |
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| 1. Hintergrund |
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Ökologische Gesichtspunkte spielen bei der Beurteilung und Auswahl von Produkten im Baubereich eine zunehmend wichtige Rolle. Der Mangel an gesicherten Informationen zur ökologischen Relevanz von Produkten führt jedoch dazu, dass am Markt mit Pauschal-aussagen oder der Betonung von Teilaspekten operiert wird. Um dieser Situation entgegen-wirken zu können, hat die EMPA Dübendorf im Auftrag der Interessengemeinschaft der Schweizer Parkettindustrie (ISP) eine umfassende wissenschaftlich fundierte Lebenszyklus-analyse ("Ökobilanz") für Holzparkettböden erstellt, in deren Rahmen drei Parkettvarianten untersucht wurden. |
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| 2. Ziele der Ökobilanzierung |
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Eine Produkt-Ökobilanz stellt als Baustein des Umweltmanagements die einzige Möglichkeit dar, die Umweltwirkungen eines Produktes über den gesamten Lebensweg zu analysieren. ![]() Abb. 1: Erfassung der Stoff- und Energieflüsse über den gesamten Lebenszyklus Sie muss somit sämtliche Stoff- und Energieflüsse von der Rohstoffgewinnung und Energie-bereitstellung über die Herstellung, Auslieferung, Nutzung, Pflege und Entsorgung eines Produktes im Rahmen einer Systembetrachtung mittels validierter Daten erfassen, aufar-beiten, und hinsichtlich ihrer ökologischen Wirkungen bewerten (Abb. 1). |
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| 3. Methode und Vorgehen |
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Eine wesentliche Voraussetzung für eine anzustrebende vergleichende Betrachtung ver-schiedener Produkte miteinander ist ein transparenter, nachvollziehbarer Aufbau der Untersuchung sowie eine gewissenhafte Dokumentation der Ergebnisse. Die vorliegende Studie berücksichtigt die wesentlichen Vorgaben, die an eine Ökobilanz nach der Grund-lagennorm prEN ISO 14040 'Ökobilanzen - Grundsätze und Prinzipien' gestellt werden (Abb. 2). ![]() Abb. 2: Lebenszyklusanalyse in vier Teilschritten nach ISO 14040 Kernstück der Studie ist neben einer präzisen Beschreibung des Untersuchungsumfangs die exakte Ermittlung der durch die gewählte Funktionseinheit des Produktes (1 m 2 Parkett mit einer Nutzungsdauer von 45 Jahren) ausgelösten Material- und Energieflüsse (vgl. auch Abb.1). Betrachtet wird je ein Mosaik-Klebeparkett, ein 2-Schicht-Fertigparkett und ein 3-Schicht-Fertigparkett, deren Lebenszyklen und die damit zusammenhängenden Stoff- und Energie-flüsse produktspezifisch modelliert wurden. In Tab. 1 sind die wichtigsten Angaben zu den drei betrachteten Parkettböden zusammengestellt.
Tab. 1: Gegenüberstellung der betrachteten Parkettböden Die Dateninventare für die verschiedenen Abschnitte der Lebenszyklen wurden für jeden der drei Parkettböden mit den betroffenen Herstellern und Zulieferbetrieben ermittelt und sind durch anerkannte Ökoinventare zu den der Herstellung vor- und nachgelagerten Prozessen ergänzt. Aus diesen Dateninventaren lassen sich mit Hilfe der Ökobilanzsoftware EMIS (Carbotech 1996) die über den gesamten Lebenszyklus entstehenden Emissionen in Boden, Luft und Wasser sowie der Ressourcenverbrauch, die zu deponierenden Abfälle und der Verbrauch an erneuerbaren und nichterneuerbaren Energieträgern berechnen (Sachbilanz; Tab. 2).
Tab. 2: Ausschnitt aus der Sachbilanz für die untersuchten Parkettböden Als weiterer Teil einer Ökobilanz werden die in der Sachbilanz ausgewiesenen Stoffflüsse über Modellansätze einzelnen Umweltwirkungen ("Umweltproblemen") zugeordnet und ihre Beiträge entsprechend ihrem Wirkungspotential gewichtet (Wirkungsabschätzung). In Anlehnung an die Auswirkungsorientierte Klassifikation (CML-Methode) werden die Umweltwirkungspotentiale Treibhauseffekt, stratosphärischer Ozonabbau, troposphärische Ozonbildung, Versäuerung, Eutrophierung/Überdüngung, Aquatische Ökotoxizität und Humantoxizität ausgewiesen (Tab. 3).
Tab. 3: Wirkungsabschätzung der untersuchten Parkettböden sowie weitere Angaben aus der Sachbilanz Die in der Studie aufbereiteten Informationen liefern einen fundierten, auf der Normenreihe ISO 14040ff basierenden, wissenschaftlich erarbeiteten LCA-Datensatz zu Parkettböden, der einerseits für interne Optimierungen innerhalb der Branche, andererseits für den ökologischen Vergleich mit anderen Bodenbelägen genutzt werden kann. |
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| 4. Ausblick auf aktuelle europäische Bodenbelagsstudien |
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Zur Zeit sind zwei Studien bekannt, die materialienübergreifende ökologische Vergleiche von Bodenbelägen inkl. Parkett vorgenommen haben. In Jönsson et al. (1994) werden ein PVC-Belag, ein Linoleumbelag und ein Parkettboden in einem LCA-Ansatz miteinander verglichen. Dabei weist der Parkettboden bezogen auf die funktionale Einheit '1m 2 Bodenbelag und Jahr' folgende ökologische Vorteile auf: - geringster Konsum nicht erneuerbarer Ressourcen - geringster Nettoenergieverbrauch - mit Ausnahme der NO x -Emissionen geringste Schadstoffemissionen in die Luft - geringstes Abfallvolumen Jönsson et al. (1994) nimmt eine Bewertung der erhobenen Stoffflüsse nach drei Bewer-tungsmethoden vor, bei denen der untersuchte Parkettboden jeweils am besten abschneidet. Eine ökologische Bewertung von Weichbodenbelägen wird derzeit am Frauenhofer-Institut in Freising (D) im Auftrag des European Resilient Flooring Manufacturers Institutes (ERFMI) erstellt, in dem 18 führende europäische Bodenbelagshersteller zusammengeschlossen sind. In dieser Studie werden Sachbilanzen nach ISO 14040ff für Beläge aus PVC, aus Polyolefin, aus natürlichem und synthetischem Kautschuk und aus Linoleum erstellt und für eine material-übergreifende Einordnung je einem Bodenbelag aus Polyamid und einem Fertigparkett gegen-übergestellt. Da die Studie erst im Sommer '97 vollständig veröffentlicht werden wird, muss hier auf eine Zusammenfassung der Resultate verzichtet werden. |
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| 5. Fazit |
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Die EMPA-Untersuchung weist aus, dass verschiedene Eigenschaften von Parkettböden dessen ökologisches Profil positiv beeinflussen, darunter:
Mit der Studie steht ein umfangreiches wissenschaftlich fundiertes Dateninventar von Parkettfussböden bereit, das für interne Optimierungen ausgewertet werden kann, darüber hinaus aber auch für einen seriösen ökologischen Vergleich mit anderen Bodenbelägen genutzt werden sollte. Nur wenn ähnlich präzise Daten zur alternativen Belägen vorliegen, sind vergleichende Aussagen zur ökologischen Positionierung von Bodenbelägen gerechtfertigt. Erste Gegenüberstellungen in europäischen Studien weisen auf eine ökologisch günstige Positionie-rung von Parkett im Vergleich zu anderen Bodenbelägen hin. |
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Weitere Informationen |
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